Kolumne | mit dem Fahrrad zur Arbeit oder auch nicht

Gute Vorsätze sind ja nun dazu da, dass man sie beizeiten auch bricht. Diesmal habe ich exakt einen Tag dazu gebraucht. Morgens mit dem Rad zur Arbeit zu fahren erschien mir eine wunderbare Idee. Schont die Umwelt, stärkt die Waden und lässt einen ein so herrlich gutes Gewissen haben. Ein wenig Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – dachte ich zumindest. Die Sonne schien, ich war fröhlich gestimmt und habe spontan den Plan gefasst, mal etwas für meine Kondition zu tun. Also rauf auf den Drahtesel und mächtig in die Pedale getreten. Nach etwa zwei Kilometern hatte ich dann leider auch schon die Schnauze voll. Es ging furchtbar langweilig immer nur geradeaus, es war inzwischen recht warm geworden unter der dicken Jacke. Die hatte ich vorsichtshalber noch schnell übergeworfen. Nicht, dass mich der Fahrtwind noch frösteln lässt…

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Von Fahrtwind war dann bei abnehmender Geschwindigkeit nicht mehr viel zu spüren. Wie eine fußlahme Ente kam ich nur sehr langsam voran. Der Puls war bereits ganz weit oben, ich begann meine tolle Idee zu verfluchen. Ein paar Kilometer später war ich dann aber auch schon im Büro. Durchgeschwitzt zwar, aber durchaus zufrieden mit mir.

Am Abend stehe ich dann vor meinem Rad, es ist alles pitschnass geregnet, ich brauche erstmal einen Lappen. Ein Kollege kommt an mir vorbei und blickt mich mitleidig an. In diesem Moment öffnet der Himmel wieder seine Schleusen. Das Rad bleibt genau dort, wo es ist, der Kollege packt mich in sein Auto und bringt mich schnell heim. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie und wann ich das Radl wieder nach Hause bekomme…

Resignierte Grüße, Eure Tanja

3 Kommentare zu “Kolumne | mit dem Fahrrad zur Arbeit oder auch nicht

  • Antworten Jutta von siebenVORsieben 18. Juni 2016 um 12:48 Uhr

    Ach ja, die lieben, guten Vorsätze ;-)
    Öfter mal das Rad zu nehmen, habe ich mir auch vorgenommen.
    Aber weißt du was? Ganz ehrlich, das ist jetzt nicht geflunkert, ich vergesse das auch ständig.
    Aber Heimfahren ist ohnehin besser, dann man sich direkt glücklich, zufrieden und durchgeschwitzt unter die Dusche stellen, ne?
    Liebe Grüße
    Jutta

  • Antworten Julia (mammilade-blog) 17. Juni 2016 um 22:31 Uhr

    Liebe Tanja,

    hach, das wäre auch noch einer meiner Wünsche,
    mal mit dem Rad (nach der Elternzeit) zur Arbeit zu fahren.
    Allerdings müsste der Arbeitsort etwas wohnortnäher sein ;)
    Mein Mann radelt jeden Tag und ist echt glücklich damit.

    Herzliche Grüße
    Julia

  • Antworten Yna 17. Juni 2016 um 22:22 Uhr

    Ach Honey,
    das versuchen wir aber noch mal, oder? Na gut, ich habe leicht reden. Ich habe ja kein Auto und muss sowieso immer mit dem Rad fahren :) Aber mir macht das halt Spaß. (Und wenn du einmal mit einem „Rennrad“ gefahren bist und weißt, wie fix das gehen kann…. willst du nie mehr was anderes fahren :) Mach ich natürlich nicht, wenn ich in die Stadt zum Einkaufen fahren.
    Also, wenn du auf der Arbeit bist und dann das Wetter wieder besser ist, dann setzt du dich auf dein Rad und fährst heim. Ganz einfach. Und hinterher fühlst du dich super, weil du was geschafft hast. Klingt doch gut, Oder?
    Lieben Gruß und schönes Wochenende, Yna

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