• Holzstricknadeln im Test

    Schön aussehen tun sie, dass sie ganz gut funktionieren sollen, hat man schon gehört. Ich hatte Holzstricknadeln aber bisher nie so richtig ausprobiert. Ganz günstig sind sie nämlich auch nicht und so kam mir ein Zufall zu Hilfe. In einem Trödelladen hatte ich die alten Schätzchen entdeckt und für ein paar Cent abgegriffen. Bisher standen sie schön dekorativ in der Gegend herum, jetzt werden sie auf Ihre Tauglichkeit getestet.

    Erster Eindruck: sie sind schön leicht, der dicke Knubbel am Ende sorgt garantiert dafür, dass nichts von der Nadel rutscht. Sie liegen gut in der Hand. Den größten Vorbehalt hatte ich eigentlich was die Gleitfähigkeit des Garns auf den Nadeln angeht. Aber sie sind schön glatt und alles flutscht wie es soll. Eine Spitze war leider ein wenig „ausgefranst“ Hier habe ich mir kurzerhand eine kleine Feile genommen (ja, zugegeben, es war eine Nagelfeile…) und alles wieder schön glatt geschliffen.

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    Stricken ist für mich ein bisschen wie Meditation. Da ich nicht so richtig geübt bin, muss ich mich auf die Maschen konzentrieren, darauf schön locker zu stricken, damit alles gleichmäßig wird und bloß keine Maschen zu vergessen. Dabei kann man wirklich herrlich abschalten. Und am Ende kommt auch noch etwas Schönes dabei heraus. In naher Zukunft traue ich mich dann bestimmt auch mal an etwas anderes heran als einfach nur glatt rechts zu stricken. Noch brauche ich aber ein bisschen Routine.

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    Fazit: Holzstricknadeln sind wunderbar zum Arbeiten. Ich hatte sogar den Eindruck, dass mein Strickbild ruhiger war, aber das kann auch Einbildung sein… Klare Kaufempfehlung – vor allem, wenn Ihr mal irgendwo gebrauchte seht! Das Endergebnis meiner Strickwut zeige ich Euch dann sicher auch bei Gelegenheit, ist aber noch nicht ganz fertig wie Ihr seht…

  • Dekoration | Das tapfere Schneiderlein

    Früher habe ich jede freie Minute mit Nähen verbracht. Dann kam plötzlich der Beruf und leichte Platzprobleme. Wer hat schon ein extra Nähzimmer, in dem man alles einfach stehen und liegen lassen kann, wie es grade passt? Heute ist mein Esstisch auch der Zuschneide- und Nähtisch. Und jedesmal muss man alles zur Seite räumen, wenn man dann doch mal das Abendessen servieren muss. Dennoch habe ich das Nähen nie an den Nagel gehängt, auch wenn es sehr viel weniger geworden ist. Dass ich ein Faible für alles habe, was mit Stoffen und Garnen zu tun hat, sieht man meiner Wohnung allerdings deutlich an.

    Habt Ihr jemals Eure Strumpfhosen geflickt? Ich meine die dünnen Nylonstrümpfe, die ständig Laufmaschen kriegen und wegen denen man heutzutage möglichst einen klaren Nagellack bei sich tragen sollte, um die schlimmsten Störenfriede schnell zu stoppen. Früher hat man die Dinger tatsächlich liebevoll und in stundenlanger Kleinarbeit geflickt. In einem Trödelladen habe ich ein paar alte Garnrollen mit Perlon-Stopfgarn gefunden, die einfach toll aussehen. Nylonstrümpfe trage ich ja sonst eher selten…

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    Die alten Garnspulen habe ich aus einem Urlaub mitgebracht. Hier gab es in einer alten Fabrik noch tausende dieser Schönheiten, die nur auf mich gewartet haben. Der Geruch jahrelanger Lagerung in ungenutzten Gefilden hat allerdings auch recht lange gehalten und wurde nur mit Tonnen von Febreze und viel Frischluft inzwischen eingedämmt. Diese habe ich jetzt in einem Glaskasten arrangiert, da lernen sie mal Zucht und Ordnung und dürfen in Reih und Glied hübsch aussehen.

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    Der alte Bürostuhl ist ein Flohmarktfund, der vor nicht allzu langer Zeit eingezogen ist in meine vier Wände und nun seinen Platz gefunden hat. Das selbstgestrickte Kissen habe ich noch mit einem Gürtel aufgehübscht. Macht die Dekoration gleich irgendwie spannender. Allerdings bin ich noch auf der Suche nach einem schönen, alten, möglichst gammligen Gürtel, der noch besser passen würde. Sobald ich einen gefunden habe, lasse ich es Euch wissen! Weiterhin meine äußert dekorative alte Nähmaschine, die ganz prominent im Raum herumsteht.

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    So ein altes Garnschiffchen habe ich auch noch bei mir rumstehen – ist nicht mehr ganz intakt, aber in Ermangelung eines Webstuhls in meinen vier Wänden ist das wohl eher nebensächlich. Jetzt muss ich nur mal wieder einen mutigen Blick in mein Schränkchen mit den Stoffen werfen und einfach mal wieder loslegen mit der Näherei… Habe da schon so eine Idee…

  • Die Poesie des Materials

    Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr etwas in den Händen haltet, es sich einfach unglaublich gut anfühlt, ihr die Augen schließt und lächelt? Ein Stück Seidenstoff, ein Garn mit Cashmere-Anteil, die samtige Oberfläche von einem Flockprint? Oder die kühle, glatte Oberfläche von Glas, die raue Haptik von Beton oder das schöne Gefühl, Wildleder unter den Fingerkuppen zu spüren?

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    Vielleicht wirkt das ja ein wenig zu poetisch – schließlich seid Ihr das von mir so gar nicht gewohnt. Aber heute möchte ich mal ein Loblied singen auf all die schönen Dinge, die man spüren kann. Denn neben all der Romantik, spielt ja auch noch die Unverwechselbarkeit von Oberflächen eine gewisse Rolle. Eine Feder ist einzigartig in Ihrer Haptik, ein Stein, der in der Sonne gelegen hat fühlt sich so schön warm und gleichzeitig rauh an. Ein Blütenblatt so samtig und lebendig. Selbstverständlich gibt es auch das Gegenteil: Oberflächen, die man gar nicht leiden kann. Und um jetzt mal ganz und gar nicht poetisch zu sein: Ich hasse es, einen Spülschwamm anfassen zu müssen. Die gelben, schaumstoffartigen Dinger, Ihr wisst schon. Mit läuft es wirklich eiskalt den Rücken herunter, wenn ich nur daran denke. Dafür werde ich auch oft und gern ausgelacht. Dahingegen liebe ich gestrickte Oberflächen aus schönem, weichen Garn. Oder einen sanft fallenden Chiffon. Diese Liebe zur Haptik von Textilien hat mich auch dazu gebracht all diese kreativen Dinge zu gestalten – neben der Tatsache, dass selbstgemacht auch einfach praktisch ist. Und das ist auch einer der Gründe, warum es diesen Blog überhaupt gibt. Allerdings ist es äußerst schade, dass ich Euch nicht mal spüren lassen kann, wie sich mein superweiches Strickkissen oder der samtige Diamant auf meinem neuen Top so anfühlt.

    Meine Freundin liebt Frottee, ja wirklich, sie hat ein Kuschelkissen aus Frottee und nach dem Duschen fühlt sie sich so richtig gut. Diese kleinen Marotten machen uns für andere liebenswert und uns selber glücklich. Warum nicht öfter mal diese Marotten ausleben? Die Augen schließen, mit der Hand über eine besondere Oberfläche streicheln und die Poesie des Materials in den kleinen Alltagsdingen spüren.

    Nach diesem Wort zum Sonntag freue ich mich sehr über Eure Kommentare! Was könnt Ihr gar nicht ausstehen? Was liebt Ihr über alles auf Eurer Haut?

  • DIY | Hocker im neuen Gewand

    Im Dezember hat mir meine Mutter ihre alte Strickmaschine vermacht. Da dachte ich noch, sie meint es gut mit mir… Strickmaschinen sind am Anfang wirklich Teufelszeug! Bis man mal verstanden hat, wie das Ganze so funktioniert und die ersten Maschen wirklich drauf, die ersten Reihen gestrickt sind, vergehen ein paar Stunden voller Flüche und Frustration. Man kämpft sich durch youtube Tutorials und sitzt ziemlich ratlos vor dem Ding und fragt sich das ein oder andere mal: bin ich eigentlich echt zu blöd? Inzwischen hat meine Ma auch die Bedienungsanleitung gefunden, was das ganze Unterfangen durchaus ein bisschen weniger kompliziert gestaltet.

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    Und dann… So schöne, feine Maschen würde ich ja von Hand niemals hinbekommen, und schon gar nicht so schnell. Das erklärte erste Ziel: den alten Polsterhocker, der bis dato sein tristes Leben im Bad fristete, wieder aufmöbeln und ihm ein neues Strickkleid verpassen. Es hat ein komplettes Wochenende gedauert und viele Nerven gekostet, aber es ist vollbracht. Der Hocker hat die Kantenabmessungen 40 x 40 cm. Bei der Strickmaschine ist eine Maschenprobe obligatorisch. Da das Gestrick auch noch ein wenig nachgibt, habe ich 3 cm abgezogen um die Strickhusse am Ende dann auf Spannung zu bringen. Insgesamt sind 3, jeweils 37 cm breite, Strickteile entstanden. Zwei Seitenteile ca. 40 cm hoch und ein weiteres langes Strickstück, dass die zwei Außenseiten und die Sitzfläche umspannt. 1 – 2 cm sollten unten noch angestrickt werden, um einen Umschlag unter dem Hocker machen zu können. Dann sauber zusammennähen – das ist leichter gesagt als getan – und den Hocker hineinwürgen. Unten die Überhänge festtackern, was zugegebenermaßen den meisten Spaß gemacht hat. Die Mühe und der Frust haben sich am Ende dann doch gelohnt! Verwendet habe ich das Sockengarn Regia von Schachenmayr. Das 4-fädige Garn ist ideal für die Strickmaschine und es ergibt sich ein schöner Melange-Effekt… So wurde aus dem alten Stoffhocker ein richtig schönes Lieblingsteil, auf dass ich mich jetzt gerne zum Schuhe an- und ausziehen, telefonieren, und und und niederlasse…

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    Damit niemand auf die Idee kommt, dass ich dringend mal wieder putzen und renovieren müsste: die Bilder sind bei meinem ersten Fotoshooting auf dem ehemaligen AEG-Gelände in Nürnberg entstanden… Hier ist leider schon seit Jahren nichts mehr los, aber die alten Hallen sind ein schönes Stück Industriekultur.

  • DIY | Strickkissen

    Es ist soweit, das Strickkissen, dass ich im Januar angekündigt habe, ist jetzt fertig! Für ein 50 x 50 cm großes Kissen benötigt man ca. 600g Garn L’Originale von MESH’made. Hier in Farbe Taupe-melange. Dann 36 Maschen aufnehmen und glatt stricken bis eine Höhe von ca. 46 cm Höhe erreicht ist. Abketten und das Rückenteil identisch stricken. Zum Schluss für eine gerade Kante beide Strickteile einmal komplett umhäkeln.

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    Das Garn zeichnet sich dadurch aus, dass es nach dem ersten Waschen wunderschön flauschig und weich wird. Hier gibt es ein spezielles MESH’made Wollshampoo, einfach 2 Verschlusskappen in max. 40°C warmes Wasser geben und die Strickstücke 20 min darin einweichen. Mit sehr viel Wasser ausspülen und in einem Handtuch einrollen. Trocken lassen. Danach wird das zunächts recht crispe Garn wunderbar weich und kuschelig. Zum Stricken ist es sehr angenehm und leicht zu handhaben. Wenn alles wieder trocken ist (kann schon mal 2 Tage dauern) Vorder- und Rückenteil zusammen nähen und nachdem drei Seiten geschlossen sind mit dem Kissen füllen. Letzte offene Naht schließen. Und tadaaa – hier ist das Ergebnis!

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  • MESH’made | zauberhafte Produkte zum selber machen

    Ich habe Euch ja schon meinen tollen Strickpouf von MESH’made vorgestellt. Es gibt aber noch weitere wunderschöne Produkte bei Karin Knopp-Willigalla zu entdecken! Ein Besuch auf der homepage lohnt sich absolut. Die Produkte und Strickkits sind einfach zum Verlieben… Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

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    Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, mit welchen Produkt ich als nächstes starte! Das Garn L’Originale ist schon bestellt, daraus soll eine Kissenhülle werden, die stelle ich Euch dann natürlich sofort vor, wenn es soweit ist!

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    Die Suche nach Ruhe & Entspannung ist das große Sehnsuchtsthema unserer Zeit. Das Leben dreht sich immer schneller und immer mehr Menschen suchen nach Entschleunigung, um mal durchzuatmen und neue Kraft zu tanken. Aber was hat Stricken damit zu tun? Warum trifft Stricken den Nerv unserer Zeit? „Weil es unheimlich gut tut, die Hektik und den Stress des Alltags mal auszublenden, sich Zeit zu nehmen für sich und etwas ganz Einzigartiges mit den eigenen Händen zu erschaffen – entschleunigen eben. Stricken ist ein bisschen wie meditieren“, meint die Modedesignerin Karin Knopp-Willigalla, die hinter MESH‘ made steht. MESH‘ made hat sich zur Aufgabe gemacht, Grobstrick-Produkte anzubieten, die unser Herz berühren. Es geht dabei um Wohlgefühl & Wärme, um natürliche Materialien & Nachhaltigkeit, um persönliche Werte & Glücksmomente.

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    Bilder: mesh’made

    Besondere Aufmerksamkeit legt Karin Knopp-Willigalla auf die liebevoll gepackten Strick-Kits. Damit erhält man alles, um sich sein eigenes gestricktes Unikat zu erschaffen. Sorgfältig ausgewählte Materialien, wunderschöne Holzstricknadeln und eine ausführliche Anleitung mit vielen Bildern – und was Karin Knopp-Willigalla ganz wichtig ist –  garantiert ohne die ständigen Abkürzungen, die in den meisten Strickanleitungen üblich sind. MESH‘ made möchte Inspirationsquelle sein für die Kreativität jedes Einzelnen um ganz persönliche Herzensstücke entstehen zu lassen.

    Als Modedesignerin verbindet sie ihre über 20 jährige Fashion-Erfahrung mit ihrem Wunsch, das „Selber Stricken“ vom alten Image zu entstauben und zeigt uns, dass Stricken trendy sein kann. Die fertig gestrickten Produkte, die es auch im Online-Shop www.meshmade.de gibt, werden liebevoll in Düsseldorf von Hand hergestellt. Einfach schön!