DIY | Weihnachtssocke mit Norwegermuster

Ich habe noch nie Socken gestrickt. Und auch noch nie ein Muster. Aber manchmal muss man sich den Herausforderungen stellen, und wird dann sogar positiv überrascht vom Ergebnis. Der Herbst ist eingeläutet und so langsam sieht man schon die ersten Weihnachtsartikel im Handel. Wenn man im Dezember gut ausgerüstet sein will, kann man durchaus schon loslegen, vor allem mit den etwas größeren Projekten. Meine Weihnachtssocke ging dann am Ende doch schneller als gedacht und wird bald unseren Kamin zieren. Damit das Projekt erste Socke nicht allzu kompliziert wird, habe ich eine „große Größe“ gewählt, die auch nicht gleich perfekt passen muss. Aber natürlich ist es auch hier nicht mit einer einzigen Socke getan, schließlich wollen wir ja alle unsere eigene haben, oder?

Ich habe 80 Maschen aufgenommen und gleichmäßig auf ein Nadelspiel verteilt. Dann ging es für das Bündchen zunächst 20 Reihen 2RE/2LI nach oben. Nach weiteren 10 Reihen habe ich mit dem Muster begonnen. Zunächst in einem mittelgrau, später dann in hellgrau auf dunkelgrauem Grund. Das Muster habe ich euch in Excel aufbereitet. Man nimmt das Garn in der anderen Farbe einfach für die Masche auf und lässt das Garn dann auf der Innenseite mitlaufen, wenn man wieder die Basisfarbe strickt.

Ich war tatsächlich erstaunt, wie gut das ging. Auf der Rückseite sieht man natürlich immer den Faden, der gerade nicht verstrickt wird. Für die Weihnachtssocke macht es aber nichts aus, schließlich schaut man ja nicht ständig herein. Kleine Elche und Bäume, aber auch große Sterne haben es auf meine Socke geschafft. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, man muss nur ein wenig auf den Rapport achten.

Und die Fadenspannung entsprechend anpassen, wenn man größere Strecken überbrücken muss. Sonst zieht sich das Gestrick nachher unschön zusammen. Nachdem dann das Muster in 48 Reihen fertig gestrickt war, folgen weitere 6 Reihen glatt rechts in dem dunkelgrauen Basisgarn. Und nun geht es an die Ferse. Zunächst einmal sollten wir den Beginn der Arbeit, also da wo der Faden unten noch absteht, noch eine Nadel vor uns haben, so dass dieser Faden in der Mitte der Ferse landet. Nun werden in unserem Fall 40 Maschen gestrickt, also die Maschen von 2 Nadeln. Wenn Ihr diese alle auf eine Nadel bekommt, lasst ihr die 4. Nadel also dann weg. Ich habe mir zur Vereinfachung einfach eine längere Stricknadel genommen, meine Socke ist dann doch etwas größer. Nun geht es nicht mehr in Runden, sondern diese 40 Maschen werden nun bei gewendeter Arbeit links zurück gestrickt. Wichtig ist, die Maschen am Rand schön fest zu ziehen, damit es keine Löcher gibt. In der dritten Reihe wird dann zunächst die Randmasche abgehoben, dann 2 Maschen links gestrickt. Wenn noch 3 Maschen auf der Nadel sind, die nächsten beiden ebenfalls links anstricken, die letzte wieder rechts. Dadurch entsteht ein hübsche Kante, die auch gleich noch das Zählen der Reihen erleichtert. Die Rückreihe dann wieder komplett links stricken. Das wird nun 7 Mal wiederholt. Bei unserer Weihnachtssocke geht es ja nicht um Bequemlichkeit, sondern die Optik, so dass ich die Ferse etwas kürzer konzipiert habe.

Nun wird es spannend. Es sind also 40 Maschen auf der Nadel, die wir nun in 3 Teile aufteilen. Der Mittelteil, also die Ferse, ist mit 18 Maschen etwas breiter als die beiden äußeren Teile mit jeweils 11 Maschen. Ich habe die beiden äußeren Maschen des Mittelteils mit einem Faden markiert, damit es leichter wird. Wir stricken nun die erste Reihe bis zur zweiten Markierung um dann die letzte Masche des Mittelteils mit der ersten Masche des Außenteils zusammen zu stricken. Es bleiben damit noch 10 Maschen auf der rechten Nadel. Die Arbeit wird nun gewendet (ohne die 10 Maschen zu stricken!) und die erste Masche auf die rechte Nadel abgehoben. Gut festziehen, damit keine Lücken entstehen. Nun stricken wir linke Maschen in der Rückreihe bis zur Markierung. Hier werden wieder die letzte Masche des Mittelteils mit der ersten Masche des Außenteils zusammen gestrickt und die Arbeit gewendet. Und zwar so lange, bis keine Maschen der beiden Außenteile mehr übrig sind.

Die Ferse ist nun fast fertig. Ich habe die verbliebenen 18 Maschen wieder auf 2 Nadeln aufgeteilt und zunächst 9 Maschen auf die erste und 9 weitere Maschen auf die zweite Nadel gestrickt. Um den Kreis zu schließen, müssen nun wieder Maschen an der Kante aufgenommen werden. Insgesamt habe ich 11 Maschen aufgenommen. Stecht im Zweifel lieber eine Masche tiefer ein, damit es nicht zu locker wird. Jetzt sind wieder alle Nadeln im Spiel. Wenn der Vorderteil der Socke gestrickt ist, kommt Ihr wieder zur Maschenaufnahme und nehmt weitere 11 Maschen auf. Zusammen mit den 9 verbliebenen Maschen auf der Fersennadel ergeben sich dann insgesamt wieder 80 Maschen in dieser Runde. Sieht schon sehr nach einer Socke aus, oder?

Nun wird der Schaft einfach in Runden weitergestrickt mit den 80 Maschen. Bei unserer Weihnachtssocke sollte dieser nicht so lang werden, schließlich muss nicht wirklich ein Fuß hineinpassen. Schlußendlich geht es nun an die Spitze. Das sieht zwar kompliziert aus, ist aber ganz einfach. Ihr legt die Nadeln so zusammen, dass die Spitze gegenüber der Ferse entsteht und strickt nun bis noch 3 Maschen auf der Nadel übrig sind. Nun werden die nächsten beiden Maschen links zusammen gestrickt. Die letzte Masche wird rechts gestrickt. Nun wenden wir uns der nächsten Nadel zu und stricken eine Masche rechts, danach werden wieder 2 Maschen links zusammen gestrickt.

Am Ende sind dann nur noch 2 x 9 Maschen auf den Nadeln, die einfach nach innen zusammen abgekettelt werden. Ich habe die Maschen auf eine Sicherheitsnadel geschoben, die Socke gewendet und alle Maschen wieder auf zwei Nadeln verteilt. Danach dann mit der Häkelnadel (das fällt mir leichter) jeweils eine Masche von jeder Nadel zusammen abgekettelt. Den Faden noch vernähen und dann ist die Socke soweit fertig. Um die Intarsien schön sichtbar zu machen habe ich noch vorsichtig die Socke gebügelt.

Und so sieht das gute Stück dann aus, wenn es fertig ist. Die nötige Standfestigkeit erhält mein Exemplar durch eine Styroporplatte in 1 cm Stärke, die ich nach den Konturen der Socke zugeschnitten habe. Jetzt muss ich nur noch warten, ob die Socke denn auch bald gefüllt wird…

 

10 Kommentare zu “DIY | Weihnachtssocke mit Norwegermuster

  • Antworten Yna 6. November 2017 um 17:24 Uhr

    Hallo liebe Tanja,
    na, das hast du dir ja mal ne ordentliche Socke gestrickt. Ich hoffe, die trägst du, wenn wir uns treffen :)) Wenn nicht, hoffe ich, sie wird wenigsten ordentlich gefüllt.
    Lieben Gruß, Yna

  • Antworten Ilka Buchholz 2. November 2017 um 21:02 Uhr

    Liebe Tanja,
    Deine Socke ist wunderschön geworden. Welche NS/LL hast Du denn genommen? Ist das Sockenwolle?
    LG und weiter so, Ilka

    • Antworten mxliving 4. November 2017 um 7:27 Uhr

      Guten Morgen Ilka,
      habe ich wieder eine wichtige Information unterschlagen?! Also, ich habe ein 5er Nadelspiel genommen und entsprechendes Garn (Organic Wool von Stoff&Stil). Mit Sockengarn wäre ich wahrscheinlich noch immer nicht fertig…
      Viele liebe Grüße und ein tolles Wochenende für Dich!
      Tanja

      • Antworten Ilka Buchholz 4. November 2017 um 9:26 Uhr

        Vielen Dank für die Info Liebe Tanja,
        dann ist die Socke ja riesig! Kompliment!!! Ich wünsche Dir einen fleißigen Nikolaus.
        LG Ilka

  • Antworten RAUMIDEEN 2. November 2017 um 14:55 Uhr

    Liebe Tanja, wenn der Nikolaus da nichts hineinsteckt, dann weiß ich auch nicht!
    Toll ist deine Weihnachtssocke geworden!
    Herzliche Grüße
    Cora

    • Antworten mxliving 4. November 2017 um 7:23 Uhr

      Guten Morgen liebe Cora,
      vielleicht bin ich ja nicht brav genug gewesen dieses Jahr? 😉 Lieben Dank an Dich und ein schönes, entspanntes Wochenende!
      Tanja

  • Antworten nicole 1. November 2017 um 23:52 Uhr

    Auweia – Norwegermuster!
    …aber es stimmt schon, man muss sich den Herausforderungen stellen und du hast sie mit Bravour gemeistert. Mein allerallererstes Strickprojekt war ein Norweger – Pullover, beim Faden mitführen habe ich das Strickwerk Reihe für Reihe enger und enger gezogen. Seither hab ich es nicht mehr versucht….. Kuriert!

    Dein Socke ist toll und ich bin gaaaaanz sicher, der Nikolaus füllt sie bis zum Rand.

    liebe Grüße
    Nicole

    • Antworten mxliving 4. November 2017 um 7:22 Uhr

      Hallo liebe Nicole,
      da habe ich ja tatsächlich Glück gehabt, dass es beim ersten Mal schon ganz leidlich geklappt hat! Mir geht es auch oft so, wenn es nicht gleich auf Anhieb funktioniert, lasse ich lieber die Finger davon…
      Danke Dir sehr und wünsche Dir ein tolles Wochenende!
      Viele liebe Grüße,
      Tanja

  • Antworten Simone 1. November 2017 um 20:01 Uhr

    Liebe Tanja,

    das liest sich ziemlich kompliziert (für einen nicht-Stricker wie mich zumindest), sieht Klasse aus und ich drücke die Daumen dass die Socke randvoll gefüllt wird. 😉

    Liebe Grüße,
    Simone G. aus B. / Ger.

    • Antworten mxliving 4. November 2017 um 7:20 Uhr

      Guten Morgen liebe Simone,
      ich gebe zu, ein eher aufwändiges Projekt und nicht so ganz für den Anfang geeignet… Lieben Dank, ich hoffe ja tatsächlich, dass sich die Socke wie von Geisterhand füllen wird 😉 Es bleibt abzuwarten und noch ist ja ein bisschen Zeit…
      Viele liebe Grüße zu Dir und ein wunderschönes Wochenende, Tanja

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