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Kolumne | die Sache mit der Ordnung

| 19 Kommentare

Ich bin ein ordentlicher Mensch, ja doch. Also wenn man nicht in die Schubladen, Kisten und in das Kellerverließ schaut, den wir das Lager nennen. Dort herrscht das ungezähmte Chaos. Ich habe es versucht, ja wirklich. Tagelang aufgeräumt und sortiert, ausgemistet und optimiert. Stundenlang Beschriftungen an Schubladen gebastelt, damit ich auch wiederfinde, was ich dort verstaue. Transparente Lagerkisten angeschafft und sorgsam alle Schätze darin verstaut. Es klappt nicht. Nach ein paar Wochen herrscht wieder Unordnung. Und das ist noch freundlich ausgedrückt. Dinge, die dumm im Weg herumstehen, werden von mir leidenschaftlich und regelmäßig aus meinem Sichtfeld entfernt. Damit es hübsch aussieht hier in unserem Refugium und die adrette Optik durch nichts gestört wird. Schublade auf, Krempel rein.

schubladenelement

Das hat nur leider auch den unschönen Nebeneffekt, dass ich morgens ständig suchen muss. Abends irgendwo verräumt, weigert sich dann die Sonnenbrille, der Autoschlüssel oder mein Geldbeutel mir zu verraten, wo sie stecken. Und angesichts meines extrem schlechten Gedächtnisses will mir dann auch partout nicht einfallen, welchen Ort ich diesmal zur Zwischenaufbewahrung auserkoren hatte. Erster Anlaufpunkt: die Handtasche. Verzweifeltes Scharren und Schaufeln in den Untiefen diverser Lederbeutel hat mich schon mehr Zeit im Leben gekostet als Kartoffeln schälen. Oftmals Fehlanzeige. Wenn ich dann nervös werde und wie eine aufgescheuchte Henne durch die Wohnung irre, den Blick immer wieder hektisch in diverse Ecken lenke und zwischendurch verzweifelt den Kopf schüttle, ernte ich meist nur ein „Was ist es diesmal?“ vom dazugehörigen Gockel. Der sitzt derweil gemütlich am Frühstückstisch. Und hat auch meist den ein oder anderen sehr nützlichen Vorschlag. Mit der Zeit haben sich einige sehr beliebte Fundstellen herauskristallisiert, die ich in meinem Aufräumwahn immer wieder zu präferieren scheine. Die werden dann auch konsequent abgearbeitet im Rahmen des Suchprogramms. Meist erfolglos. Das Schälchen im Flur, die Kramschublade in der Küche oder auch diverse Schränkchen werden durchwühlt und der Inhalt systematisch hin und hergeschoben. Ob danach dann die Schublade wieder aufgeräumt werden muss? Na sicher!

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Und ob es tatsächlich eine so gute Idee war, große Schubladenelemente im Flur anzuschaffen, in die nun alles fliegt, was gerade im Weg rumliegt oder steht? Da schaue ich nicht weiter rein, bin auch schon länger nicht mehr bis zum Boden der Lade vorgedrungen. In ein paar Jahren werde ich dort vielleicht all das wiederfinden, was ich vorher stundenlang gesucht habe? Meistens finde ich das Gesuchte dann schlussendlich doch in der Handtasche. In dem einen Reißverschlussfach, in dass ich auch beim dritten Anlauf nicht hineingeschaut habe. Warum nicht? Weil ich mir GANZ SICHER war, dass ich es unmöglich dort hinein geschoben haben kann.

So, jetzt muss ich los! Aber wo bitte ist denn jetzt die Einkaufstasche?

Suchende Grüße, Eure Tanja

19 Kommentare

  1. ist die ablage individuell gefertigt oder gibt es diese wo zu kaufen?

  2. Ha ha, ich könnte mich wegschmeissen und bin sehr froh, dass es nicht nur mir so geht.
    Ich bin nämlich in der Tat auch ein super guter „mal schnell Wegstopfer“. Kiste auf, Kremepel rein, Deckel zu! Genau, so funktioniert das. Und immer bin ich mir sicher, dass ich es an genau dieser Stelle am besten wieder finde. Mitnichten! Nichts finde ich. Und denke immer, ich brauche mehr Platz. Ob das aber eine Lösung ist? Wahrscheinlich nicht :) Du siehtst, liebe Tanja, du bist nicht allein…
    Ganz liebe Grüße, Yna

  3. Liebe Tanja,

    ein herrlicher, sehr gelungener Artikel vor allem bei Kartoffelschälen musste ich herzlich lachen! Mir geht es ganz genauso und ich weiß nicht wie oft ich schon panisch nach meinem Handy gesucht habe um es dann in der Seitentasche der Handtasche zu finden…

    Ganz liebe Grüße

    Linda

  4. Jupp. Wir haben dafür unser Gästezimmer. Und die Chaosbude, die irgendwann mal ein aufgeräumtes Arbeitszimmer sein sollte.
    ;o)
    Grüßle
    Ursel

  5. Schubladen sind auch meine absolute Schwachstelle.
    Herzlichst Ulla

  6. Das kann ich mir gar nicht vorstellen das es bei dem tollen Ambiente in den Schränken unordentlich ist. Bei mir ist das eher umgekehrt, meine Schränke und Shubladen und Kisten sind alle ziemlich ordentlich und hier finde ich auch alles (wenn nicht ein Gockel es einfach woanders hin räumt) dafür liegen dann leider öfter Papierstapel in allen Ecken, Rechnungen, Werbung, Flyer, … Sachen die einfach noch nicht weggeräumt wurden oder keine passende Kiste haben, weil die Hälfte bestimmt auch weggeworfen werden kann aber erst noch durchgeschaut werden muss.
    Der Flur sieht echt super aus, besonders die Bilder gefallen mir, das ist ja genau mein Stil!
    Viele Grüße Kathrin

  7. Ach, wer kennt das nicht! Ich bin auch eine absolute Chaos-Queen und weiß Schubladen und Schranktüren zu schätzen. 😉 Ach da liegt was rum? Schnell in die Schublade stopfen…. oh ***** , die geht kaum noch zu 😉 Aber irgendwann bekomme ich dann einen absoluten Aufräumwahn und sortiere wieder alles auseinander. Und weißt du was, DANN finde ich nix mehr! ;-D In der Chaosschublade behalte ich trotzdem immer den Überblick… Trotzdem wünsche ich mir auch immer ordentlicher zu sein…

    Liebe Grüße
    Dörthe

  8. Ich glaube ich bin die Meisterin des Chaos. Oberflächlich sieht es bei mit stets aufgeräumt und ordentlich aus, aber schaut bitte nicht in meine Schränke. Jedes Mal nehme ich mir vor: Jetzt verstaust du das aber mal richtig und dann – nach einer Woche – habe ich meistens schon wieder vergessen, wo ich meine Sonnenbrille, das Ladegerät oder die Kamera verstaut habe. Schrecklich!!!

    Lieben Gruß von deiner Leidensgenossin,
    Linda von POTTZBLITZ

  9. Wenn ich suchen muss werde ich verrückt. Panik breitet sich aus, weil ich meist auf den letzten Drücker aus dem Haus gehe und es hasse zu spät zu kommen…. Ich habe mir angewöhnt alles Wichtige (Handy, Schlüssel, Portemonaie und Handtasche) in meinen Einkaufskorb zu schmeißen und diesen unter der Küchenbank zu parken. Ohne diesen Korb gehe ich, zumindest von Mo-Fr nicht aus dem Haus. Du kannst mich dann allerdings an einer roten Ampel gerne mal kopfüber in meinem Korb treffen weil ich darin gerade irgendwas suche – lach.
    Mit anderen Sachen geht es mir allerdings wie dir….mal eben schnell weggeräumt und vergessen wohin.
    Du bist also nicht allein!!!!

    liebe grüße
    nicole

  10. Frau Henne, Sie sind keineswegs allein mit Ihrem Problem! Auch wenn Herr Gockel Ihnen das Gefühl gibt.
    Oder so Leute wie ich, die aus lauter Faulheit immer alles entweder gleich wegräumen (dauert nur 30 Sekunden, sagt der Klugscheißer in mir) oder an denselben Stellen immer wieder die gleichen Dinge sammeln und stapeln. Aber ich habe auch Kisten, von deren Inhalt ist sowas von keine Ahnung habe …
    Und hinter den Kleiderschrank in der Ankleide, da lasse ich auch niemanden gucken. Ich weiß zwar so etwa, was sich da alles rumtreibt, aber weniger wird’s davon auch nicht …

    Liebe Grüße … Frauke

  11. Liebe Tanja,

    wie gut kenne ich deine Situation :) Erst am Wochenende haben wir endlich unsere zwei Zimmer im Obergeschoss in Angriff genommen und somit die letzten Umzugskartons beiseite geschafft. Aber wohin nur mit dem ganzen Krempel aus dem Karton? Ich kann gar nicht glauben, dass wir das vorhin irgendwo in unserer Wohnung untergebracht hatten, die eigentlich 40m² kleiner und auch ohne Keller war. Und jetzt? Von oben bis unten ist alles voll! Eigentlich hätte ich gleich mehrere Kisten direkt auf den Sperrmüll bringen können. Aber nach einem Hausbau und einem Umzug hat man erst mal die Schnauze voll und will einfach nur noch eine aufgeräumte Bude. Also mache ich es wie du: Schublade auf, Krempel rein :) Eine tolle Methode. Mein Büro ist jetzt zwar aufgeräumt, aber wenn man mal in die Schränke oder Schubladen schauen würde: Oh je, lieber nicht! Da stapelt sich nun alles mögliche. Weihnachtsdeko neben den Osterhasen, Einmachgläser, Lichterketten, Plüschtiere die sowieso kein Mensch braucht, Vasen, Kugelschreiber…ach, ich denk lieber gar nicht drüber nach 😀 Irgendwann werd ich das sicher mal in Angriff nehmen. Mal richtig ausmisten und den Rest schön in beschrifteten Boxen sortieren. Ich frag mich nur wann „irgendwann“ sein wird. 2020? Oder noch später? Mal sehen. Bis dahin verdränge ich das Chaos noch mit den anderen Baustellen die rund im und ums Haus noch anstehen :)

    Liebe Grüße und viel Glück beim Suchen,
    Lia

    • Hallo liebe Lia,
      wenn ihr auch gerade erst eingezogen seid, lass das Chaos einfach Chaos sein. Leg die Füsse hoch und genieße Dein neues Reich! War sicher alles anstrengend genug! Und wenn Du dann mal so richtig Lust auf aufräumen hast (also so 2020) kannst Du Dich immer noch darum kümmern!!!
      Ich hüpf jetzt mal zu Dir rüber und schaue mir Euren Wohntraum an!!!!
      Viele liebe Grüße,
      Tanja

  12. hahahaha!
    ja, wem geht das wohl nicht so?
    obwohl… ich muss zugeben, ich bin eigentlich recht gut organisiert, was meinen alltagskram angeht. zumindest war ich es bis mein leben mit meinem mann begann. seit wir einen haushalt haben, boykottiert er meine aufräum- und organisationsversuche, wo er nur kann. das schlimme: er macht das gar nicht absichtlich. 😉
    mittlerweile habe ich mich in mein schicksal gefügt – das gibt sonst nur graue haare und ein magengeschwür.
    und was die schubladen angeht… die bleiben besser alle zu. wie der keller. und die garage….
    herzliche grüße
    die frau s.

    • Liebe frau s.,
      einfach zulassen ist eine großartige Idee 😉 Schön, dass ich nicht alleine da stehe mit meiner leicht chaotischen Art – sei nachsichtig mit Deinem Mann, ja?
      Viele liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende!
      Tanja

  13. Bei deinem schönen Ambiente mag man kaum glauben, dass in deinen Schubladen das Chaos herrscht. Mir geht es so mit meinem Schreibtisch. Ich mag aufgeräumte Schreibtische sehr, aber ich bekomme das nur in den Griff, wenn sich Besuch ankündigt. Ansonsten herrscht Chaos pur. Im Büro kann ich das besser, aber zuhause… Hast du dafür einen Tipp?
    Liebe Grüße, Rahel
    PS: Henne und Gockel…Kopfkino mit Lach-Garantie :-)

    • Hallo liebe Rahel,
      äh nein, ehrlich gesagt nicht. Lad vielleicht einfach öfter Besuch ein, dann bleibt Dir keine andere Wahl 😉 Mein Schreibtisch ist auch meist ein Ausbund an kreativen Stapeln, die dann schnell im Schrank verschwinden, wenn ich es nicht mehr sehen kann…
      Einen guten Start ins Wochenende meine Liebe und bis ganz bald!
      Tanja

  14. : ) hihi, kommt mir sehr bekannt vor!
    bei meiner Mama ist es auch immer so und ich fürchte wirklich, dass es bei mir schon genauso losgeht!
    Sie verräumt Dinge an Orte von denen man denkt: Klar, hier würde ich als erstes danach suchen!
    Unglücklicherweise hat man diese Gedanken aber dann nie mehr und sucht erst recht wieder ewig.
    Auch der Vorschlag Buch zu führen beim Zusammenräumen wurde verständlicherweise abgeleht, denn wo räumt man anschließend das Buch wieder hin?!
    Jedenfalls garantiere ich dir, dass du mit diesem Problem keineswegs alleine bist 😉

    Viele liebe Grüße und einen schönen Tag,
    eLLy

    • Hallo liebe eLLy,
      das ist so beruhigend! Nicht allein mit diesem Problem zu sein meine ich 😉
      Gehe jetzt weitersuchen, hab die Einkaufstasche immer noch nicht gefunden…
      Schönes Wochenende! Tanja

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