Dekoration | Das tapfere Schneiderlein

Früher habe ich jede freie Minute mit Nähen verbracht. Dann kam plötzlich der Beruf und leichte Platzprobleme. Wer hat schon ein extra Nähzimmer, in dem man alles einfach stehen und liegen lassen kann, wie es grade passt? Heute ist mein Esstisch auch der Zuschneide- und Nähtisch. Und jedesmal muss man alles zur Seite räumen, wenn man dann doch mal das Abendessen servieren muss. Dennoch habe ich das Nähen nie an den Nagel gehängt, auch wenn es sehr viel weniger geworden ist. Dass ich ein Faible für alles habe, was mit Stoffen und Garnen zu tun hat, sieht man meiner Wohnung allerdings deutlich an.

Habt Ihr jemals Eure Strumpfhosen geflickt? Ich meine die dünnen Nylonstrümpfe, die ständig Laufmaschen kriegen und wegen denen man heutzutage möglichst einen klaren Nagellack bei sich tragen sollte, um die schlimmsten Störenfriede schnell zu stoppen. Früher hat man die Dinger tatsächlich liebevoll und in stundenlanger Kleinarbeit geflickt. In einem Trödelladen habe ich ein paar alte Garnrollen mit Perlon-Stopfgarn gefunden, die einfach toll aussehen. Nylonstrümpfe trage ich ja sonst eher selten…

stopfgarn

Die alten Garnspulen habe ich aus einem Urlaub mitgebracht. Hier gab es in einer alten Fabrik noch tausende dieser Schönheiten, die nur auf mich gewartet haben. Der Geruch jahrelanger Lagerung in ungenutzten Gefilden hat allerdings auch recht lange gehalten und wurde nur mit Tonnen von Febreze und viel Frischluft inzwischen eingedämmt. Diese habe ich jetzt in einem Glaskasten arrangiert, da lernen sie mal Zucht und Ordnung und dürfen in Reih und Glied hübsch aussehen.

garnspulen2naehen-stuhl-kissen-mit-guertel2naehmaschine-garn-und-mehrjpg

Der alte Bürostuhl ist ein Flohmarktfund, der vor nicht allzu langer Zeit eingezogen ist in meine vier Wände und nun seinen Platz gefunden hat. Das selbstgestrickte Kissen habe ich noch mit einem Gürtel aufgehübscht. Macht die Dekoration gleich irgendwie spannender. Allerdings bin ich noch auf der Suche nach einem schönen, alten, möglichst gammligen Gürtel, der noch besser passen würde. Sobald ich einen gefunden habe, lasse ich es Euch wissen! Weiterhin meine äußert dekorative alte Nähmaschine, die ganz prominent im Raum herumsteht.

altes-garnschiffchen

So ein altes Garnschiffchen habe ich auch noch bei mir rumstehen – ist nicht mehr ganz intakt, aber in Ermangelung eines Webstuhls in meinen vier Wänden ist das wohl eher nebensächlich. Jetzt muss ich nur mal wieder einen mutigen Blick in mein Schränkchen mit den Stoffen werfen und einfach mal wieder loslegen mit der Näherei… Habe da schon so eine Idee…

21 Kommentare zu “Dekoration | Das tapfere Schneiderlein

  • Antworten Kebo 1. August 2014 um 8:52 Uhr

    Wunderschöne alte Gegenstände mit Geschichte… ich hatte in meiner alten Wohnung (Dachwohnung) eine wunderschöne alte Nähmaschine stehen aus schwarzem Guß, das Möbel in schönem dunklen Holz mit Intarsien, Stilbruch total, aber schön. Leider hat sie, als wir umgezogen sind, keinen Platz gefunden und steht jetzt im Keller, so schade drum. Besonders mag ich ja die alten Garn- und Fadenrollen, Kopsen und Co. zur Schau gestellt im Glaskasten.
    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Kebo

  • Antworten Daniella 31. Juli 2014 um 19:50 Uhr

    wie wunderschön alles immer bei dir ist !!!
    Woher hast du all diese schönen Dinge immer? Die Nähmaschine ist ja wohl der hammer.
    ich wünschte ich hätte soviel glück und würde so tolle Dinge finden !
    grüßle
    Dani

  • Antworten Creativlive 29. Juli 2014 um 21:34 Uhr

    Sprachlosen Staunen, wie alles einfach perfekt miteinander harmoniert und sofort ist der Wunsch erwacht auch alte Garnspupen haben zu wollen. Sieht toll aus in dem Glaskasten….bin mehr als begeistert!
    LG Astrid

  • Antworten vonKarin 29. Juli 2014 um 18:57 Uhr

    Hey, ein Kissen mit Gürtel, wie abgefahren ist das denn :D

    Mal wieder wunderschöne Bilder, liebe Tanja. Danke!

  • Antworten Tatjana 29. Juli 2014 um 17:40 Uhr

    Tolle Bilder und eine wundervolle Wohnung! Wirklich schön, dass Du all Deine tollen Ideen mit uns teilst! Danke und liebe Grüße, Tatjana

  • Antworten Lola 29. Juli 2014 um 17:04 Uhr

    Huhu!

    Ich bin wohl eine der glücklichen, die ein Nähzimmer besitzen, früher habe ich auch auf dem Esstisch nähen müssen und dadurch viel weniger genäht, weil ich schon keine Lust hatte alles auf- und später wieder abzubauen. Dann hatte ich eine Weile lang einen kleinen Nähtisch in einem in die Wand eingebauten Kleiderschrank, das war ganz praktisch, da konnte man einfach die Türen schließen und die Unordnung war weg..Aber jetzt mit einem ganzen Nähzimmer ist das noch viel besser, denn ich habe nun richtig viel Platz und einen Zuschneidetisch (obwohl das meiste doch auf dem Boden zugeschnitten wird *g*)

    Deine Bilder finde ich wahnsinnig schön, nähst du tatsächlich mit der schönen Nähmaschine? Ein wunderschöner Nähplatz jedenfalls finde ich und sehr dekorativ! Die alten Garne haben es mir aber auch sehr angetan :-)

    Liebe Grüße,
    Lolá

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 17:15 Uhr

      Liebe Lolá,
      ein eigenes Nähzimmer? Ich erblasse gerade vor Neid :-) Mit Zuschneidetisch, seufz. Das wäre ein ganz großer Traum von mir – Du bist ein Glückspilz!
      Man könnte mit der alten Maschine auch noch nähen, sie ist technisch wieder völlig in Ordnung. Aber leider habe ich nie gelernt, mit dem Fußpedal so schön gleichmäßig zu wippen, dass anständige Nähte dabei herauskommen… Ich habe noch eine normale Haushaltsnähmaschine und eine 4-Faden-Overlock (beides elektrisch :-)), mit denen ich arbeite. Das gute alte Stück sieht einfach nur schön aus.
      Lieben Dank, einen schönen Abend wünsche ich Dir und sende liebe Grüße, Tanja

  • Antworten Suse 29. Juli 2014 um 16:16 Uhr

    Liebe Tanja,
    was für schöne Bilder!
    Liebe Grüße, die Suse

  • Antworten RAUMIDEEN 29. Juli 2014 um 15:29 Uhr

    Nähen, ein dekoratives Hobby. Du hast schöne Utensilien zusammengetragen, das ein oder andere hätte ich auch gerne.
    Ich musste übrigens an Dich denken, als ich vor kurzem meine alten Schuhleisten im Keller gesehen habe. Ich sollte meine mal wieder hervorholen!
    Dein Buchstabenkissen ist auch toll geworden, ich habe es eben bewundert!
    Liebe Grüße, Cora

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 17:19 Uhr

      Liebe Cora,
      vielen Dank! Schuhleisten sind auch wieder voll im Trend… Habe ich letztens in einem Katalog gesehen für ca. 30 € und mich sehr gefreut, dass meine alten Schätze vom Trödler dann doch viel günstiger waren. Zeigt mal wieder, dass man die Dinge einfach nur lange genug aufheben muss! Bin gespannt, wann Du das nächste Mal in Deinem Keller an mich denken musst :-)
      Liebste Grüße, Tanja

  • Antworten SOUSOU DIYSIGN 29. Juli 2014 um 15:18 Uhr

    Liebe Tanja,
    das sind ja wirklich hammermäßig schöne Bilder, unglaublich, dass das deine Wohnung ist!
    Liebste Grüße :-)

  • Antworten Yna 29. Juli 2014 um 13:22 Uhr

    Wieder ganz traumhafte Fotos. Und immer in deinem Farbspektrum. Alles Dinge, die ich auch mitgenommen hätte :) Die Spulen in dem Glaskasten – das ist eine feine Idee. Das Perlon Stopfgarn erinnert mich an die Garne, die meine Mutter immer hatte, um Taschentücher zu umhäkeln. Ist mir heute unbegreiflich, wie man so ein dünnes Garn verhäkeln kann… und wer stopft heute noch Strümpfe? Lieben Gruß, Yna

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 17:08 Uhr

      Liebe Yna,
      ich käme jetzt auch nicht wirklich auf die Idee, so viel Zeit in das Stopfen von Socken zu investieren… Nachdem Handarbeit ja wieder im Trend liegt aktuell, kommen vielleicht auch wieder bestickte und umhäkelte Taschentücher in Mode?! Vielleicht hast Du mich ja auch gerade auf eine großartige Idee gebracht… Wünsche Dir einen tollen Abend!
      Liebste Grüße, Tanja

  • Antworten Die Rabenfrau 29. Juli 2014 um 10:44 Uhr

    Die Garnspulen in der Glaskiste gefallen mir auch gut! Ich mag solche Ton-in-Tönchen-Dekorationen sehr! Nylons (dermaleinst gab es noch keine Strumpfhosen, frau trug die Dinger mittels eines „Strumpfbandgürtels“, scheußliches Teil und keineswegs sexy!) habe ich zwar nicht selber geflickt, aber bei Laufmaschen zum Tabakladen nebenan gebracht. Dort wurden sie gegen kleines Geld repariert.
    Grüßle
    Ursel

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 12:15 Uhr

      Liebe Ursel,
      oh wie schön, da merkt man mal, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass man auf seine Kleidung besonders gut aufgepasst hat und eher repariert als neu gekauft wurde! Und danke für die Aufklärungsarbeit! Damals gab es ja wirklich noch gar keine Strumpfhosen, ich entschuldige mich für diesen Fehler… Habe auch noch ein Paar Strümpfe geerbt, leider (!) ohne den Gürtel… Heute wäre sowas bestimmt wieder „in“!
      Ganz liebe Grüße sende ich Dir!
      Tanja

  • Antworten Steph 29. Juli 2014 um 10:02 Uhr

    Sehr schön präsentiert die alten Schätze! Besonders gut gefällt mir die Aufbewahrung in dem Glaskasten! Immer wieder Augenweiden, die Du uns zeigst!

    Herzlichst in den Tag,
    Steph

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 12:09 Uhr

      Liebe Steph,
      lieben Dank! Freue mich immer so sehr über Eure Rückmeldungen! Vielen Dank an Dich für’s fleißige Kommentieren, jede Nachricht zaubert mir ein fettes Lächeln auf’s Gesicht!
      Liebste Grüße, Tanja

  • Antworten Nadine 29. Juli 2014 um 9:55 Uhr

    Liebe Tanja,

    wow, wunderschöne Bilder, wie immer :). Musste gerade an meine Oma denken, die auch ihre Strumpfhosen immer geflickt hat. Weiß gar nicht, ob sie das immer noch macht. Muss sie mal fragen.
    Die alten Garnrollen in dem Glaskasten machen sich wirklich gut – tolle Dekoidee!

    LG, Nadine

    • Antworten mxliving 29. Juli 2014 um 12:07 Uhr

      Liebe Nadine,
      vielen herzlichen Dank für Deine lieben Worte! Wäre sehr gespannt, wie lange man für eine durchschnittliche Laufmasche so braucht, bis alles wieder sitzt… Und wie lange es dauert, bis man so gut darin ist, dass am Ende wirklich nichts mehr von dem Schaden sehen kann… Vielleicht hat Deine Oma eine Antwort?
      Sende Dir ganz liebe Grüße, Tanja

      • Antworten Nadine 29. Juli 2014 um 14:08 Uhr

        Liebe Tanja,

        also ich kann mich erinnern, dass man bei meiner Oma den Schaden immer noch sehen konnte. Die Strumpfhosen hat sie dann meistens immer nur noch im Garten angezogen. Aber ich werde sie mal fragen, wenn ich das nächste Mal mit ihr spreche :).

        LG, Nadine

  • Antworten Meike 29. Juli 2014 um 9:27 Uhr

    Liebe Tanja,
    schön sieht es aus bei Dir! Und toll, dass man deinem Zuhause auch Deine große Leidenschaft ansieht. Das macht es erst so richtig persönlich! Grüßle, Meike

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